Es ist schon eine ganze Weile her, aber ich kann mich noch gut an den Kauf meiner ersten Spiegelreflexkamera erinnern. Ich wollte mir unbedingt die beste Kamera auf dem Markt zulegen und konnte vor Aufregung kaum schlafen. So wie die meisten Fotografie-Neulinge habe ich mich im Einzelhandel umgeschaut und mir eine Kamera mit beeindruckend vielen Knöpfen gekauft, von denen ich aber keine Ahnung hatte. Heute weiß ich es besser: Beim Kauf einer Kamera für Einsteiger geht es nicht nur um den Preis. Vor allem als Anfänger solltest du bedenken, dass es eher darum geht, eine Kamera zu finden, mit der du so viel wie möglich über Fotografie lernen kannst.

Zusätzlich musst du auch ein bisschen an die Zukunft denken. Hat die Kamera Potential, dich ewig zu begleiten oder wirst du sie alle paar Monate aufrüsten müssen (und gleich mal pleite gehen)? Das ist nur ein Bruchteil der Fragen, die du dir beim Kamerakauf stellen musst. Weitere Tipps und Tricks, wie du trotz des riesigen Angebots die richtige Kamera für Einsteiger auswählst, findest du in diesem Blog-Artikel.

Kamera für Einsteiger Tipp #1
Das Budget

Das Budget für den Kauf einer Kamera für Einsteiger

Spiegelreflexkameras gibt es in den unterschiedlichsten Preisklassen. Für High-End Kameras bezahlt man auch schnell über 10 000€. Aber keine Sorge! Nachdem dies deine erste Kamera sein wird, reicht eine ordentliche Anfänger-Kamera aus. Die übertriebene (und übertrieben teure) Ausstattung bei High-End Kameras ist eher für Profis geeignet. Mein Tipp wäre also, eine Anfänger-Kamera zu kaufen. Diese kosten zwischen 400€ und 600€. Bei diesen Kameras kannst du entspannt die verschiedenen Kameraeinstellungen kennenlernen und ohne Überforderung auch noch ordentliche Fotos erhalten. Mit der Zeit kannst du die Kamera auch mit verschiedenen Objektiven ausstatten, je nachdem welche Bereiche dich interessieren. Wo wir gerade bei Objektiven sind…

Kamera für Einsteiger Tipp #2
Denke an das Zubehör

Zubehör und Objektive bei Kameras für Einsteiger

In den meisten Fällen wird das Kaufen einer bestimmten Kameramarke bedeuten, dass du auch das Zubehör von dieser Marke kaufst, vor allem wenn es um Objektive geht. Für die Einsteiger-Fotografie wird das Kit-Objektiv erstmal ausreichen, um sich ein paar Monate in die Materie einzuarbeiten. Je nach Interessensgebiet wird sich dies mit der Zeit aber ändern. Investierst du in eine Kamera, musst du dir also auch über das Zubehör für diese Gedanken machen. Zum Beispiel brauchst du eine praktische Kameratasche und eine Speicherkarte.

Generell kann ich aber sagen, dass du mit einer Kamera mit wechselbarem Objektiv nichts falsch machen kannst. So bist du flexibel genug, die Kamera je nach Interesse auszustatten und verschiedene Arten der Fotografie auszuprobieren.

Kamera für Einsteiger Tipp #3
Kampf der (Marken-)Giganten

Marken bei Kameras für Einsteiger

Wie gesagt, mit den unzähligen Kamera-Marken, die es momentan gibt, wird es schnell verwirrend. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass man mit den Top-Marken nichts falsch machen kann. Diese werden mit großer Wahrscheinlichkeit langfristig am Markt sein. So kannst du sicher sein, dass Ersatzteile und Zubehör leicht erhältlich bleiben. Abgesehen davon haben diese Marken zumeist auch die besten Angebote, was die Garantie betrifft und sind strapazierfähig genug, um harte Wettersituationen auszuhalten. Kameras von Nikon und Canon sind nicht nur beliebt, sie haben auch großartige Einsteiger-Kameras wie die Nikon D3400 oder Canon EOS 800D. Kameras von Sony und Olympus sind auch ein guter Ersatz für Canon und Nikon, wobei es in manchen Fällen schwieriger ist, Zubehör zu bekommen.

Kamera für Einsteiger Tipp #4
Was möchtest du fotografieren?

Kamera für Einsteiger angepasst auf die Ziele und Fotomotive

Überlege dir genau, in welchem Bereich du die Kamera einsetzen willst. Für Portraits? Reisen? Sportfotos oder einfach generell Fotografie? Wenn du zum Beispiel eine Kamera zum Reisen kaufst, sollte sie leicht und schnell zu bedienen sein. Leider wissen die meisten Fotografie-Neulinge noch nicht, was sie überhaupt von ihrer Kamera wollen. In diesem Fall ist es am besten, überall einmal reinzuschnuppern. Dann wird eine Kamera mit vielen Modi (abgesehen vom manuellen Modus) die beste Option sein. Die Objektive sollten wechselbar sein, um die Kamera auch zukünftig verwenden zu können und sie sollte einen integrierten Sucher haben.

Kamera für Einsteiger Tipp #5
Die Grundausstattung

Die Grundausstattung der Kamera für Einsteiger

Egal welches Level an Erfahrung du mitbringst, die Qualität der Bilder hat erste Priorität. Um dies zu erleichtern, solltest du beachten, dass deine Kamera folgende Ausstattung mitbringt.

Die Sensorgröße. Das Bild kommt über den Sucher auf den Sensor, welcher somit direkten Einfluss auf die Bildqualität hat, vor allem wenn man das Bild vergrößert. Je größer der Sensor, desto klarer ist normalerweise auch das Bild und natürlich, desto teurer die Kamera. Die meisten Einsteiger-Kameras haben einen Crop-Faktor und somit, verglichen mit den High-End Vollformatsensoren, einen relativ kleinen Sensor.  

Megapixel. Während der Sensor für die Bildqualität am wichtigsten ist, sind auch die Megapixel der Kamera nicht unwichtig. Eine gute Kamera sollte zumindest 7 Megapixel haben. Das wird deinen Bildern eine tolle Schärfe verleihen.

Funktion zur Videoaufnahme. Falls es dir wichtig ist, auch Videos aufzunehmen, solltest du hier ebenfalls auf gute Qualität achten. Die meisten Einsteiger-Kameras nehmen in HD 1080p oder 720p auf.

Bildstabilisator. Willst du nicht noch extra Geld für ein Objektiv mit Bildstabilisator ausgeben, solltest du darauf achten, dass deine Kamera einen integrierten Bildstabilisator besitzt. Dieser kann dir helfen, deine Bilder nicht zu verwackeln, auch wenn du kein Stativ verwendest.

Kamera-Modi und Bearbeitungsmöglichkeiten. Die üblichen Kamera-Modi wie Zeit- und Blendenautomatik sowie der manuelle Modus sind ein Must-Have bei jeder Kamera. Praktisch sind unter anderem auch extra Modi für Panorama- oder Landschaftsfotografie, ein Nachtmodus oder die Vollautomatik.

Noch ein kleiner Tipp am Ende.

Das Kaufen deiner ersten Spiegelreflexkamera sollte dir keine schlaflosen Nächte bereiten: Am wichtigsten ist, dass du weißt, was du mit deiner Kamera erreichen und machen möchtest und dann sicherzugehen, dass sie die nötige Ausstattung dafür mitbringt. Bist du finanziell nicht so flüssig, ist eine Second Hand Kamera auch immer eine Option. Diese sind oftmals erschwinglich und noch fast wie neu. Auch bei Objektiven macht es preislich Sinn, diese Second Hand zu kaufen. Wichtig ist nur, dass du sie auch überprüfen und austesten kannst. Das gilt natürlich auch für neue Kameras – am besten einfach mal in die Hand nehmen und ausprobieren!

Du hast dir deine Kamera bereits zugelegt und bist ready to go oder möchtest dir im Voraus die fotografischen Grundlagen aneignen? Check‘ unsere Kategorie Fotografie aus und hol‘ dir aus verschiedenen fotografischen Bereichen Tipps und Tricks ab: Von Portrait über Reise bis hin zu Hochzeitsfotografie!

Viel Erfolg beim Kamerakauf,
deine Nadja von MyPostcard.

Author

Engländerin und Wannabe-Deutsche - denn wie könnte man sich nicht in ein Land verlieben, in dem Worte wie “Kummerspeck” hinter jeder Ecke lauern? Ich liebe es, zu reisen und die Kuriositäten verschiedener Länder zu entdecken - und der beste Weg sich an diese zu erinnern, ist natürlich per Postkarte!

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